stART Workshops

Mappenvorbereitung in Berlin-Charlottenburg

Workshop-Konzept

Während Bewerber*innen für Musikhochschulen sich oft seit Jahren auf ihr Ziel vorbereiten, an Wettbewerben und Masterclasses teilgenommen und ein realistisches Bild der an sie gerichteten Erwartungen haben, ist dies bei vielen angehenden Kunststudenten nicht der Fall.

Das Klischee der genialen Künstlerpersönlichkeit, der alles ohne Üben gelingt, ist weit verbreitet und in gewisser Weise nicht komplett falsch. Die Kunstschulen erwarten in der Tat keine perfekte Technik (wie man es aus der klassischen Musik oder im Spitzensport kennt). Dafür haben sie aber hohe Ansprüche bezüglich der Fähigkeit, eigene künstlerische Fragestellungen entwickeln zu können. Was sie suchen ist eine, auch für andere Menschen bereichernde, Auseinandersetzung mit der (Um)welt.

Diese Fragestellungen und Untersuchungen sind insofern zeitgenössisch, als sie sich auf das Hier und Jetzt beziehen. Es ist daher von Vorteil mit den Diskursen und Methoden der zeitgenössischen Kunst vertraut zu sein. Das heißt nicht, dass keine Inspiration aus der kunstgeschichtlichen Vergangenheit erlaubt ist, aber diese ästhetische Entscheidung muss gut begründet werden.

Es besteht bei Studienanwärter*innen häufig die Unsicherheit, was in der Bewerbungsmappe am wichtigsten ist: die Technik, die Originalität, die Kreativität …?

Die Antwort ist nicht einfach. Natürlich sollte die Technik einen in die Lage versetzen, die eigenen Ideen umsetzten zu können. Dabei sollte die Technik nicht ihrer selbst wegen Beachtung finden. Am besten man bemerkt gar nicht, dass etwas technisch gut gemacht ist, denn es geht um den Inhalt. Wird betont, etwas sei technisch gut, dann ist das womöglich ein Hinweis, dass etwas fehlt, was im Zweifelsfall wichtiger war.

Der Anspruch auf Originalität ist sehr unrealistisch. Etwas wirklich Originelles entsteht nur sehr selten. Auch die Kunst folgt sozusagen dem Gesetz der Evolution. Neuerungen schleichen sich ein und nach und nach setzt sich ein neuer Zeitgeist durch. Aus mangelnder Kenntnis der Kunstgeschichte halten wir manches auch nur für originell. Eigentlich wurden viele Dinge bereits ausprobiert, hatten aber vielleicht nicht den großen Durchbruch. Es ist daher klug, der Jury zu vermitteln, dass man sich bewusst ist, dass andere Künstler*innen schon ähnliche Ideen verfolgt haben, um dann die persönliche Interpretation oder den eigenen künstlerischen Beweggrund herauszustellen.

Unser Konzept zur Mappenvorbereitung ist daher sehr auf Kreativität in Auseinandersetzung mit der jüngeren Kunstgeschichte fokussiert. Es geht darum, am Beispiel einflussreicher Künstler*innen, in kreativer Auseinandersetzung mit deren Werk, eine eigene Fragestellung herauszuarbeiten.

In unseren hellen offenen Räumen, ausgestattet mit einer kleinen Kunstbibliothek und vielen Arbeitsmaterialien finden monatlich an zwei Wochenenden zweitägige Workshops statt. Bei jedem steht eine einflussreiche Künstlerpersönlichkeit im Fokus, deren Werk die Schüler*innen entdecken und diskutieren. In einer Brainstorming-Phase, ähnlich der praktischen Aufnahmeprüfung, die so bei jedem Workshop trainiert wird, werden eigene künstlerische Reaktionen auf das vorgestellte Werk, konzipiert.

Natürlich unterstützen und beraten wir die Schüler*innen hier, sodass sich ihr Vorhaben auch realistisch umsetzen lässt. Aber auch ambitioniertere Entwürfe, die sich im Workshop nicht realisieren lassen, können als Dokumentation in die Mappe aufgenommen werden.

Das entstandene Werk wird anschließend von uns und den Schüler*innen professionell dokumentiert. Die meisten Mappen sind digital einzureichen, aber auch analoge Mappen sollten nicht nur zweidimensionale Arbeiten enthalten. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass analoge Mappen durch Foto- oder Videodokumentation dreidimensionaler Werke ergänzt werden.

Bei uns werden die Schüler*innen sehr persönlich begleitet. Die Gruppengröße ist auf fünf Personen begrenzt. Unsere Dozent*innen sind aktive Kunstschaffende mit Lehrerfahrung deren CVs Sie unter der About us einsehen können. Im Regelfall leite ich selbst die Workshops. Meine Kolleg*innen kommen ergänzend zum Einsatz oder wenn ich beruflich abwesend bin.

Die Themen der Workshops sind ca. einen Monat im Voraus einseh- und buchbar.